Joseph Marr "Together" im Berghain Berlin

Joseph Marr - Together - im Berghain Berlin
Ab sofort wird die permanente Installation Together des australisch-maorischen Künstlers Joseph Marr den Besuchern des legendären Berliner Techno-Clubs Berghain präsentiert. Im Zuge der Umgestaltung des Barbereichs beauftragten die Betreiber den in Berlin lebenden Künstler, ein Werk für die sogenannte Klobar des 2009 zum besten Club der Welt gewählten Berghains anzufertigen. Joseph Marrs Arbeit zählt damit zu einer Reihe sehr unterschiedlichen Kooperationen des Clubs im Bereich der Bildenden Kunst. So befinden sich in der zugehörigen Panorama-Bar zwei großformatige Fotografien Wolfgang Tillmans und im Eingangsbereich empfängt den Besucher die monumentale Installation Rituale des Verschwindens des polnischen Künstlers Piotr Nathan. Darüber hinaus gastierten sowohl das Berliner Staatsballetts als auch das Deutsche Theater in den 18 Meter hohen und von riesigen Stahltreppen umgebenen Räumen des ehemaligen Heizkraftwerkes am Ostbahnhof. Das Berghain ist für seine langen und ausschweifenden Partys sowie eine sexuell aufgeladene und freizügige Atmosphäre bekannt.
Über die Installation :
“Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust ...“ das tragische Dilemma des Faust spiegelt sich treffend in Joseph Marrs neuester Installation im Berliner Berghain wieder. Nicht zufällig trifft die Wahl des Berghains auf die Arbeit des Künstlers. Unübersehbar sind die inhaltlichen Schnittstellen. Marrs Installation setzt sich thematisch mit Sehnsucht, Liebe, Verlangen und Sexualität auseinander – ebenso zutreffend für die Plattform, die das Berghain geschaffen hat. Fernab von Berührungs-ängsten jeder Art fließen hier Musik, Lebensgefühl und Kunst in einzigartiger Clubkultur mit Freigeist zusammen und schaffen neue Synergien. Joseph Marr, der sich als Maler und Videokünstler einen Namen machte, widmet sich seit geraumer Zeit der Bildhauerei. Er experimentiert mit ungewöhnlichen Materialien, um seinen künstlerischen Visionen Ausdruck zu verleihen. Die Skulptureninstallation im Berghain trägt den Namen Together. Er verbindet in seiner Installation, den neun aus Zucker gegossenen Skulpturen, die Geschichte und den Geist des Ausstellungsortes. Mit einer beeindruckenden Länge von neun Metern werden fortan die Gäste des Clubs beim Bestellen ihrer Getränke dem Kunstwerk sehr nah sein. Marr integrierte die Skulpturen in die Tresenarchitektur. Die 200 kg Zucker leuchten Bernsteinfarben als ineinander verschlungene Männerkörper in den Glasvitrinen. Sie zeigen einen animalischen Exzess, der dramaturgisch in Zärtlichkeit und Hingabe mündet. Für den Künstler hat die Verwendung der Zuckermasse in seinen Skulpturen symbolischen Charakter. Der süße Stoff wirkt auf viele Menschen anziehend. Im doppelten Sinne steht er einerseits für die Wärme und Liebe des Zwischenmenschlichen, andererseits verkörpert er eine unstillbare Sehnsucht. Der Zustand zwischen dem Verlangen und dessen Erfüllung kann eine harte Probe sein. Der Künstler übersetzt in seiner Installation treffend die Polarität zwischen Wunsch und Realität. Tief schlummernde, versteckte Bedürfnisse werden angesprochen, die am Ende des Tages vielleicht dem verdrängten Wunsch nach Nähe und Zweisamkeit Platz machen werden? Die Frage bleibt offen. Joseph Marr ist eine Hommage an die Nacht gelungen. Abseits des Alltags, des Funktionierens, der Arbeit findet dieses Kunstwerk einen Ort, an dem die Gedanken frei sein können und das Sein sich dem Momentanen, Sorglosen und Verborgenen widmen kann. Sehnsüchte werden gelebt oder in ihrer Intensität verstärkt. Joseph Marr bezieht Position! Charmant, süffisant und erschreckend ehrlich konfrontiert er das Publikum mit einer Allegorie, die im Berghain wohl ihre größtmögliche Entfaltung findet. Ein wiederholt gutes Beispiel, dass Kunst fernab seiner verstaubten, elitären, kommerziellen Plattformen auch andere Wege einschlagen kann und in unmittelbarere Berührung tritt. – But let„s not forget: Desire can be a trap.“ - Ulf Saupe
Joseph Marr wurde 1979 in Sydney, Australien geboren. Neben Einzelausstellungen u.a. bei Harris Courtin Gallery Sydney (2003; 2004), Marlborough Gallery Sydney (2006) und dem Ministerium für Städtebau Düsseldorf (2009), war er an verschiedenen Gruppenausstellungen z.B. im Hamburger Bahnhof bei der Christies Auction „Help for Afrika” und bei der „Ostrale 011 - Internationale Ausstellung Gegenwartskunst“ in Dresden beteiligt. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen wie Helge Achenbach und Hans Mayer vertreten. Marr lebt und arbeitet in Berlin. Mehr Informationen unter www.josephmarr.de
Mit süßer Unterstützung der Katjes Fassin GmbH + Co. KG
http://www.artberlin.de/ausstellung/berghain-kunst/
http://www.iheartberlin.de/tag/berghain/





